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Eckart

Auszug aus DIE CASANOVA TOUR (von Pablo Günther)

 .  . 

Das Gasthaus zur Post und "Zum Goldenen Hirschen" in Emskirchen von Johannes Eckart, und seiner Frau Maria Christina, die nach seinem Tod 1790 Posthalterin wurde. Heute immer noch Hotel, nun aber "Alte Post" genannt. Das Gebäude gilt als der am besten erhaltene Postgasthof des 18. Jhdts. in Deutschland. Ich selbst war erstmals 1977 anläßlich eines Familientreffens dort; sehr hübsch spielte man damals eine Durchreise der Kaiserin Maria Theresia samt Kutsche nach. - Fotos: PG, nach Bildern in: Werner Eckart, Chronik der Familie Eckart, München 1967. 
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    Wir entnehmen dem Brief an della Lena des Weiteren, daß die Brüder die Poststraße über Regensburg und Linz nach Wien nehmen wollten; das bedeutet, sie fuhren auf dem direkten Weg, der auch über Würzburg und Emskirchen führte, zwei Posten vor Nürnberg
    In Emskirchen steht heute noch praktisch unverändert der Gasthof "Zum Goldenen Hirschen", ein stattliches Gebäude, das damals einem meiner Ahnherren, nämlich Johannes Eckart gehörte, der im gleichen Jahr wie Giacomo Casanova geboren wurde, und dessen Tochter Johanna zu einer Urgroßmutter meiner Großmutter Anna Günther wurde. 
    Im Jahre 1758 erwarb er von der Kaiserlichen Thurn und Taxis Reichspost die Pacht zum Betreiben der Poststation. Johannes Eckart blieb Posthalter von Emskirchen bis zu seinem Tod 1790.

Johanna Eckart   Anna Günther   Der Autor (altes Pastel)


Nach meinen geschätzten Abfahrtszeiten in Frankfurt müßten die Casanovas die Post von Emskirchen nach einer Fahrt über 185 Kilometern am 4., 5. oder Samstag den 6. Dezember 1783 erreicht haben. 
    Sie fuhren mit ihrer Kutsche durch das große Tor (siehe Foto hier) in eine große Halle hinein, an deren rechter Seite sich die Pferdeställe befanden. Sie stiegen aus, und betraten vermutlich den Gastraum auf der linken Seite, um sich zumindest kurz aufzuwärmen, während Pferde und Postillone gewechselt wurden. Auch mußten sie das Finanzielle erledigen, was ja durchaus mit dem Posthalter selbst geschehen sein konnte. Zudem waren die Brüder Casanova ja nicht irgendjemand, sondern feine Herren, sodaß er es sich sicher nicht hat nehmen lassen, sie persönlich zu begrüßen und zu bedienen (falls er nicht gerade abwesend war...). Und, wer weiß, warum soll nicht auch seine Frau Maria Christina mit ihrer fünf Jahre alten Tochter Johanna im Gastraum gewesen oder dahin gekommen sein, um sich die Herren anzuschauen? Ich werde es nie erfahren, wie mir auch sicher niemand die Vermutung, daß es so gewesen sein könnte, verübeln wird.


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